BilRess ist eine Initiative des Bundesumweltministeriums und steht für “Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz”. Die Akteur*innen des Netzwerks setzen sich dafür ein, dieses Thema in den Lehr- und Lerninhalten aller Bildungsbereiche zu verankern. Koordiniert wir das Netzwerk vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung izt und vom Institut für nachhaltiges Wirtschaften faktor 10. Die ZSM-Initiative engagiert sich seit September 2015 für BilRess.

Braunkohle-Tagebau Inden in NRW. Foto: Spyridon Natsikos.
Braunkohle-Tagebau Inden in NRW. Foto: Spyridon Natsikos (cc).

Unsere Wirtschaftsweise geht zwangsläufig mit sogenanntem Naturverbrauch einhergeht. Auf der einen Seite entnehmen wir der Erde Ressourcen und nutzen die Dienstleistungen, die uns die Ökosysteme zur Verfügung stellen. Wir fördern beispielsweise Erdöl oder genießen eine hohe Luftqualität, die u. a. durch städtische Grünanlagen erreicht wird. Auf der anderen Seite geben wir der Umwelt die Abfälle unseres Lebensstils wieder zurück – zum Beispiel in Form von Chemikalien, die nach der Nutzung in Gewässer entsorgt werden. Diese Belastungen unserer Umwelt werden in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich zunehmen. Die Knappheit der für uns wichtigen Ressourcen lässt die Rohstoffpreise steigen und macht den Abbau der Rohstoffe und die Ausbeutung der Vorkommen, die häufig in den Ländern des globalen Südens liegen, sehr attraktiv – sowohl transnationale Konzerne als auch für kriminelle Gruppen. So entstehen rund um den Rohstoffabbau soziale und kriegerische Konflikte, die ganze Regionen destabilisieren. Außerdem zerstört der Rohstoffabbau vor Ort häufig ganze Ökosysteme, führt zum Verlust der wertvollen biologischen Vielfalt und hinterlässt giftige Abfälle.

Um diesen Problemen entgegenzuwirken und zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise beizutragen, müssen wir ressourcenschonende Lebensstile fördern und die Ressourceneffizienz der Wirtschaft steigern. Ein wichtiger Bestandteil ist hier die Bildung, durch die das Bewusstsein für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz (R&R) gesteigert und Handlungswissen zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen vermittelt werden kann. Zurzeit ist Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz jedoch noch nicht in allen Bildungsbereichen in Deutschland verankert. Daher ist es das übergeordnete Ziel des BilRess-Projekts, ergänzend zur bisherigen deutschen Ressourcenpolitik (u. a. ProgRess-Strategie) eine Bildungsstrategie zu entwickeln. Das Projekt umfasst die folgenden Aspekte:

3. BilRess-Netzwerkkonferenz am 22./23. September 2015 in Berlin. Foto: www.heine-foto.de.
3. BilRess-Netzwerkkonferenz am 22./23. September 2015 in Berlin. Foto: http://www.heine-foto.de (Bitte nicht in Sozialen Medien veröffentlichen.).

1. Ein Netzwerk wichtiger Bildungsakteure erstellte bereits gemeinsam eine „Roadmap Ressourcenbildung“ für eine zukünftige Integration von R&R  in allen wichtigen Bildungsbereichen (Schule, Ausbildung, Hochschule, sowie formale und informelle Weiterbildung). Zunächst wurde eine Bestandsaufnahme und Analyse bestehender Bildungsangebote durchgeführt (u. a. Erfassung von Inhalten, Strukturen, Kompetenzen und Akteuren). Die Ergebnisse wurden als sogenannte BilRess-Karten, die die wichtigsten Ergebnisse als Mindmaps darstellen, aufbereitet. Hierauf aufbauend erfolgte die Bestimmung von Handlungsbedarfe und Handlungsansätzen durch Experteninterviews und Fokusgruppen, mit denen Bildung für R&R verbessert werden kann. Die Ergebnisse wurden in spezifische Roadmaps zusammengeführt, die auf mehreren Netzwerkkonferenzen reflektiert und weiterentwickelt wurden.

2. Parallel dazu wurde das BilRess-Netzwerk aufgebaut. Zudem sollen eine Internet-Kommunikationsplattform entstehen und zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt werden. Damit knüpft BilRess an bestehende Aktivitäten aus den Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie an das Netzwerk Ressourceneffizienz (NeRess) an. Hierdurch soll eine breite Akteurseinbindung und -aktivierung erreicht werden.

Weiterführende Links:


 

ZSM und BilRess

Das ZSM-Team auf der 3. BilRess-Netzwerkkonferenz im September 2015. Foto: www.heine-foto.de.
Das ZSM-Team auf der 3. BilRess-Netzwerkkonferenz im September 2015. Foto: http://www.heine-foto.de (Bitte nicht in Sozialen Medien veröffentlichen.).

Nach dem DBU-Jugendkongress „Zukunft selber machen! Junge Ideen für Nachhaltigkeit“ Anfang September 2015 waren wir, das Vorbereitungsteam, eingeladen, die Ergebnisse des Kongresses auf der dritten BilRess-Netzwerkkonferenz am 22./23. September 2015 in Berlin vorzustellen. Wir nutzten diese Chance, um einen kritischen Blick auf die BilRess-Roadmap zu werfen und unsere Anforderungen an Bildungsarbeit für R&R, die Jugendengagement fördert, Partizipation ermöglicht und mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen als gleichberechtigten Gestalter*innen von Bildung auf Augenhöhe zusammenarbeitet. Außerdem betonten wir, dass ein Fokus auf handlungsorientierte Bildungsinhalte und -formate gelegt werden sollte, um tatsächlich zu einem Wandel im Sinne von R&R beizutragen.

Unsere Anforderungen an BilRess:

1. Zukunft selber machen

  • Projektförderung für junge Menschen: Schneller und unkomplizierter!
  • Gute Projekte verstetigen, Projekte zu Strukturen werden lassen!
  • Jugendliche und junge Erwachsene selber machen lassen: Vertrauen schenken und Verantwortung übertragen!
  • Mehr Raum und Chancen für politisches Engagement schaffen!
  • Junge Menschen in politische Entscheidungen einbinden, zum Beispiel in Nachhaltigkeitsbeiräten und Umweltausschüssen. Dort, wo unsere Zukunft verhandelt wird, wollen wir mitreden!

2. Bildung selber machen

  • Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz bedeutet, dass Ressourcen – personell und finanziell – zur Verfügung stehen müssen!
  • Raum für handlungsorientierte Bildung schaffen: Ausprobieren, erleben und dabei lernen!
  • Bildungsprojekte von Jugendlichen für Jugendliche ermöglichen und fördern!

3. Wandel selber machen

  • Nicht nur reden, sondern auf allen Ebenen gemeinsam handeln!
  • Ressourcenschonung heißt: Alte Denkmuster verlassen, Wohlstand neu denken, Suffizienz erleben!

Auf dem vierten Netzwerktreffen am 8. März 2016 in Frankfurt am Main wirft das ZSM-Team gemeinsam mit allen Teilnehmer*innen 45 Minuten lang einen jugendlichen Blick auf das BilRess-Programm. “BilRess-Roadmap aus Sicht junger Erwachsener” heißt der Programmpunkt, unter dem unsere Aktiven Bettina, Esther, Fabian und Katharina die BilRess-Roadmap kritisch unter die Lupe nehmen. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmer*innen möchten wir herausfinden, wie die Rolle der Jugendlichen in der Roadmap gestärkt werden kann. Die Roadmap gibt dem Netzwerk den Weg vor, wie das Thema R&R in die Inhalte aller Bildungsbereiche integriert werden kann.

Mehr Infos findet ihr auf der BilRess-Website und im Konferenzflyer.

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